Sehr geehrte Damen und Herren,

wir leben in herausfordernden Zeiten: Corona, Krieg in Europa und die Energiekrise sorgen für Unruhe im Land und über die Grenzen hinaus. Die Menschen sind verunsichert, und auch unser Gesundheitswesen bekommt die Auswirkungen der Krise tagtäglich zu spüren: Krankenversicherungen und Behörden arbeiten noch immer fieberhaft daran, den mittlerweile mehr als 900.000 Geflüchteten aus der Ukraine uneingeschränkten Zugang zum deutschen Gesundheitswesen zu ermöglichen.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Krankenhäuser und auch Rehakliniken versuchen, den starken Zustrom zu bewältigen, der aufgrund der Coronazeit auf eine angestaute Nachfrage nach Gesundheitsleistungen trifft. Doch chronische Unterbesetzung sowie noch bestehende Einschränkungen machen den Dienst am Menschen unter Volllast so gut wie unmöglich.

Hinzu kommt das ewige Damoklesschwert der Finanzierung: Corona, aber auch der Krieg und seine Begleiterscheinungen - und dazu zählt sicher auch die Energiekrise mit ihren horrenden Kosten - führen zu massiven Preissteigerungen. Gleichzeitig schwindet die Finanzkraft der gesetzlichen Krankenkassen seit Jahren: Wussten Sie, dass die Ausgaben der GKV seit 2015 die Einnahmen Jahr für Jahr übersteigen? Dass der Schätzerkreis von einem Fehlbetrag von 29,5 Milliarden für 2022 ausgeht?

Die Aussichten für die kommenden Jahre sind also besorgniserregend: Inflation, Rezession und die steigenden demographischen Herausforderungen schlagen bei der GKV stark zu Buche, da es keine Altersrückstellungen gibt. Ein Mehr an Anforderungen und Ansprüchen steht also einem kontinuierlichen steigenden Defizit gegenüber.

Zudem ist durch die Coronakrise allen bewusst geworden, dass Deutschlands Gesundheitssystem über strukturelle Defizite verfügt: In der Infrastruktur, in der sektorübergreifenden Zusammenarbeit, in der „preparedness“ allgemein.

Was ist also zu tun? Die Probleme weiterhin vor sich herzuschieben, kann keine Lösung sein. Zu lange haben wir über die Zustände gejammert – und sie am Ende doch wieder in die Zukunft verlagert. Dieses Verharren in der Schockstarre ist uns und den nachfolgenden Generationen gegenüber nicht verantwortlich. Wir brauchen eine nüchterne Anamnese, mutige und möglicherweise radikale Lösungsstrategien sowie engagierte Umsetzerinnen und Umsetzer! Dabei lohnt sich ein Blick über die Grenzen, denn die Probleme sind in den Industriestaaten ähnlich. Überall wird mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet. Lassen Sie uns endlich gemeinsam anpacken: Die Babyboomer haben noch etwa zehn Jahre bis zum Ruhestand, Zeit zu handeln ist also JETZT!

„Mehr wagen statt klagen – die unterschätzen Möglichkeiten im Gesundheitswesen“ lautet deshalb das Motto des 21. Europäischen Gesundheitskongresses München, zu dem wir Sie herzlich begrüßen. Wir laden Sie ein, aktiv in den Austausch zu gehen. Netzwerken Sie, erleben Sie Diskussionen und Kontroversen unserer hochkarätigen Referentinnen und Referenten. Und scheuen Sie sich nicht, sich selbst einzubringen. Jede Meinung zählt.

Den aktuellen Programmstand finden Sie hier. Den Kongress mit neuen Formaten zu gestalten ist uns wichtig. Daher wird in diesem Jahr erstmals eine Speakers Corner im Ausstellungsforum des Kongresses zu finden sein.

Wir freuen uns auf Sie am 6. und 7. Oktober 2022 in München!

Herzlichst

Prof. Dr. Günter Neubauer
Prof. Dr. Günter Neubauer

Ihr Prof. Dr. Günter Neubauer
Direktor, Institut für Gesundheitsökonomik

Claudia Küng
Claudia Küng

Ihre Claudia Küng
Kongressleiterin & Geschäftsführerin
WISO S.E. Consulting GmbH

Hier bekommen Sie einen Eindruck von der Kongressatmosphäre.

Der gesundheitspolitische Kongress fand im Herbst 2021 aufgrund der andauernden Corona-Pandemie mit limitierter Teilnehmerzahl vor Ort und digital statt.

Weitere Fotos finden Sie hier.