25 Jahre EGKM – Nach dem Sparen ist vor der Reform: Jetzt geht es an die Strukturen

2,6 Milliarden Euro Überschuss haben die gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr erzielt. Für Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) ist das allerdings kein Anlass zur Entwarnung. Die Ausgaben stiegen weiterhin deutlich schneller als die Einnahmen. „Diese Entwicklung muss gestoppt werden, um die Beitragssatzspirale zu brechen“, warnte er.
  
Auch DAK-Chef Andreas Storm sieht die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben mit Sorge. Mit weiteren kurzfristigen Sparrunden allein lasse sie sich aber nicht schließen. „Die GKV lässt sich nicht allein durch kurzfristiges Sparen aus der Finanzkrise führen“, betont er. „Wir brauchen eine faire Lastenverteilung und gleichzeitig den Mut zu echten Strukturreformen. Nur so können wir die Beiträge nachhaltig stabilisieren und die Versorgung zukunftsfest aufstellen.“

Was nach einer Finanzdebatte der Krankenkassen klingt, betrifft am Ende das gesamte Gesundheitswesen. Denn wenn der finanzielle Spielraum der GKV schrumpft, geraten auch Honorare, Vergütungen, Investitionen und neue Versorgungsmodelle unter Druck.

Storm kennt das System aus ungewöhnlich vielen Perspektiven: als früherer Bundestagsabgeordneter, Staatssekretär und Landesgesundheitsminister und heute als Chef einer der größten gesetzlichen Krankenkassen. Storm weiß, wie politische Kompromisse entstehen, und er sieht inzwischen aus nächster Nähe, was sie bewirken. Das im Sommer beschlossene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist für ihn deshalb kein Schlusspunkt, sondern eine Grundlage für weitere Reformen.

Welche Veränderungen jetzt folgen müssen, wird Storm beim Europäischen Gesundheitskongress München gleich mehrfach diskutieren. Schon bei der Eröffnung des Kongresses debattiert er mit AOK-Bayern-Chefin Dr. Irmgard Stippler unter einer Überschrift, die die Lage ziemlich gut trifft: „Alles, was jetzt noch kommt, tut weh und braucht Mut!“

Kurz darauf wird es noch konkreter. Bei der Session „Zwischen Sparzwang und Strukturreform: Wohin steuert die GKV?“ trifft Storm auf CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek, BVKJ-Präsident Dr. Michael Hubmann und Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Inge Eberl. Denn über den Reformdruck herrscht schnell Einigkeit. Schwieriger wird es bei der Frage, was sich tatsächlich ändern soll – und wer die Folgen trägt.

Genau diese Debatte bringt der 25. Europäische Gesundheitskongress München unter anderem auf die Bühne, mit Akteuren, die das System aus sehr unterschiedlichen Perspektiven kennen und seine nächsten Schritte mitprägen.

Seien auch Sie dabei!

Melden Sie sich noch heute an unter: www.gesundheitskongress.de/anmeldung-2026

Wir freuen uns auf Sie!

Ihre Kongressleiterin
Claudia Küng

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