Zauberwort „Buurtzorg“: Wie vorbildlich häusliche Pflege in Holland funktioniert

Ein „Zauberwort“ ginge um in der Pflege schreibt kürzlich ein wichtiges deutsches Fachmedium: „Buurtzorg“. Das sei nicht nur eine niederländisches Erfolgsmodell für die häusliche Versorgung Pflegebedürftiger, es sei noch viel mehr: nämlich ein Wunschtraum für Pflegekräfte hierzulande. Denn die Arbeitsbedingungen seien völlig andere.

Der Name Buurtzorg – der niederländisch Begriff für Nachbarschaftshilfe - ist dabei Programm: Die Pflegekräfte arbeiten weitestgehend eigenverantwortlich in ihrer direkten Nachbarschaft, ihre Vergütung erfolgt nach Zeitaufwand und die Verwaltung findet in einem zentralen Backoffice statt, zu dem die Leistungsdaten mit einem Tablet online übertragen werden. Die Organisation wurde bereits wiederholt zum attraktivsten Arbeitgeber in den Niederlanden gewählt.

Autonome Teams von maximal zwölf Pflegekräften kümmern sich um höchstens 40 bis 50 Patienten. Sie organisieren Arbeitsplanung, Personalangelegenheiten, Weiterbildung und Finanzen selbst. Sie übernehmen dabei auch die Bedarfserhebung für jeden Patienten. Die höhere Flexibilität der Bedarfserhebung und die Verringerung von Fehlanreizen führten sogar zu einer Senkung des Aufwands je Patient.

Wegen der attraktiven Arbeitsbedingungen zieht es besonders die gut ausgebildeten Pflegekräfte zu Buurtzorg: Rund 70 Prozent sind examiniert, darin enthalten sind etwa 40 Prozent mit akademischer Ausbildung. Das sind weitaus mehr als bei anderen Organisationen für häusliche Pflege in den Niederlanden üblich.

Gründer Jos de Blok baute Buurtzorg seit 2006 auf. Heute ist Buurtzorg mit 10.000 Beschäftigten der größte Anbieter für häusliche Pflege in den Niederlanden. Mittlerweile wurden auch in den USA, Japan, Schweden und Belgien Homecare-Projekte nach dem Vorbild von Buurtzorg gegründet.

Unter dem Titel „Zwischen Ökonomie & Ethik - was Pflege bewegt“ diskutieren auf dem Europäischen Gesundheitskongress München im Oktober: Prof. Dr. Constanze Giese, Dekanin Fachbereich Pflege der Katholischen Stiftungshochschule München, Verena Nold, Direktorin und Vorsitzende der Gruppenleitung bei Santésuisse, und Jos de Blok, Gründer von Buurtzorg.

Zu dem zweitägigen Europäischen Gesundheitskongress werden rund 1.000 Teilnehmer aus dem Krankenhaussektor, den Reha-Einrichtungen, der Ärzteschaft, der Pflege, den Krankenversicherungen sowie der Gesundheitspolitik erwartet. In 33 hochkarätig besetzten Kongress-Sessions diskutieren 150 Referenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Estland und den Niederlanden zukunftsrelevante Fragen der Gesundheitspolitik. Nutzen Sie die Gelegenheit, mit den wichtigsten Entscheidern aus Politik, Verbänden, Versicherungen, Wissenschaft, Medizin, Pflege und Gesundheitswirtschaft zu diskutieren.

Melden Sie sich am besten gleich an:

www.gesundheitskongress.de/registrierung-und-tarife.html

Das Programm finden Sie unter:

www.gesundheitskongress.de/programm-17.html

Dieser Kongress bringt die Sektoren im Gesundheitswesen zusammen. Seien Sie im Oktober dabei. Wir freuen uns auf Sie!

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