Wie kann die Reha pandemiefest werden - Wie kann die Rückkehr in den Regelbetrieb gelingen?

Beste Freunde waren Gesundheitspolitik und Rehabilitation nie, heißt es. Doch seit Beginn der Coronapandemie kühlt das Verhältnis weiter ab. So gelang es den Reha-Kliniken im März erst mit dem energischen Warnruf, Gesundheitsminister Spahns Rettungsschirm werde „das deutsche Gesundheitssystem zerstören“, in den finanziellen Ausgleich für Corona-bedingte Belastungen aufgenommen zu werden. Doch diese Unterstützung lief Ende September aus.

Die Probleme hingegen bleiben: Die Reha-Kliniken können auch weiterhin – vor allem wegen Hygienebestimmungen und Abstandsgeboten – deutlich weniger Patienten behandeln. Die Personalkosten sinken hingegen nicht, sondern steigen zum Teil. Denn beispielsweise müssen statt Gruppen- nun Einzeltherapien durchgeführt werden. Der Materialaufwand steigt wegen gewachsener Hygieneanforderungen ebenfalls.

Die Auslastung der Häuser, die normalerweise mit 90 bis 95 Prozent kalkulieren, ist auf 60 bis 80 Prozent eingebrochen. Ein Gutachten des Beratungsunternehmens aktiva kommt zu dem Ergebnis, dass die Tagessätze in der orthopädischen und der kardiologischen Reha um 21 und in der geriatrischen Reha um 22 Prozent angehoben werden müssten, um die Mehrbelastungen aufzufangen. Das wären etwa 30 Euro.

Die unterschiedlichen Vorstellungen zwischen Rehabetreibern und Kostenträger, die allerdings durch die Corona-Krise ebenfalls massiv unter Druck stehen, könnten sich rasch auf die Versorgung auswirken. „Die wirtschaftliche Situation vieler Reha-Kliniken in Deutschland ist prekär“, wie die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation seit Jahren beklagt. So musste zwischen 1998 und 2017 etwa jede fünfte deutsche Rehabilitationseinrichtung aufgeben, etwa 14 Prozent der Betten fielen in diesen zwei Dekaden weg.

Die schwierige Situation der Reha ist Thema beim erstmals virtuell stattfindenden Europäischen Gesundheitskongress München. Titel: „Wie kann die Reha pandemiefest werden - Wie kann die Rückkehr in den Regelbetrieb gelingen? Dabei wird auch ein Vergleich mit der Situation in Österreich und der Schweiz gezogen.

Es diskutieren: Agnes Zimolong, Geschäftsführerin der aktiva Beratung im Gesundheitswesen, Ulf Ludwig, Vorstandsvorsitzender der Medical Park AG, Mag. Stefan Günther, Generalsekretär des Verbands der Privatkrankenanstalten Österreichs, Dr. Willy Oggier, Präsident SWISS-Reha, Hermann Laubsch, Bereich Krankenhäuser, AOK Bayern sowie Gerhard Witthöft, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd, und - als Moderator - Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken.

Natürlich stehen noch viele weitere spannende und kontroverse Themen auf der Agenda des Europäischen Gesundheitskongress München am 26. und 27. Oktober 2020. Zur kostenlosen, digitalen Teilnahme ist eine vorherige Online-Registrierung erforderlich - unter: https://www.gesundheitskongress.de/anmeldung-zum-egkm2020.html

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