OPs absagen, Abteilungen schließen

Der Pflegenotstand ist zu einem dominierenden Thema der deutschen Gesundheitspolitik geworden. Denn Patienten und Pflegekräfte leiden. Der Krankenstand in der Pflege liegt um rund 30 Prozent höher als in anderen Branchen. Viele Pfleger und Pflegerinnen scheiden zudem vorzeitig aus ihrem Beruf aus und verschärfen damit den Pflegemangel in Krankenhäusern, Altenheimen und Reha-Einrichtungen noch. Für den einzelnen Patienten ist kaum noch Zeit. Operationen müssen immer häufiger abgesagt werden. Ganze Klinikabteilungen müssen schließen.

Seit Jahren streiken Pflegekräfte wie zuletzt in NRW – aber nicht etwa für mehr Geld, sondern für bessere Arbeitsbedingungen. In Bayern läuft ein Volksbegehren: Gefordert werden feste Personalschlüssel für alle Bereiche, härtere Hygiene-Vorgaben und strenge Konsequenzen für Häuser, die dem nicht nachkommen.

Die am vergangenen Mittwoch von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen, 13.000 zusätzliche Stellen in der stationären Altenpflege und Personaluntergrenzen in Krankenhäusern, sind – trotz geschätzter Kosten von einer Milliarde – nur ein Anfang. Gesundheitsminister Spahn räumte ein: „Es müssen weitere Schritte folgen!“

Das im Rahmen des Europäischen Gesundheitskongresses München stattfindende Europäische Pflegeforum diskutiert, was Kliniken und andere Pflegeeinrichtungen tun können: Es wird dabei um den Krankenstand gehen und um betriebliches Gesundheitsmanagement, um mehr – möglichst kostenfreie – Aus- und Weiterbildung, um die Gewinnung von Pflegekräften aus dem Ausland, um professionellere Strukturen bei den Anerkennungsverfahren ausländischer Ausbildungen. Thema wird auch sein, inwieweit sich Tätigkeiten zwischen Pflegefachkräften und Ärzten sowie Pflegehilfskräften durch Delegation oder Substitution besser verteilen lassen. Und Thema wird auch sein, wie wichtig Ausstattung ist – damit Patienten nicht ständig den Lichtknopf mit dem Klingelknopf verwechseln und damit Pflegekräfte die Patienten ständig heben müssen, nur weil die Betten nicht höhenverstellbar sind und sich daher nicht für das Hinübersteigen in einen Rollstuhl eignen.

Unter dem Titel "Pflegen am Limit – Lösungen!" diskutieren: Dr. Armin Augat, Geschäftsführer des Kommunaler Arbeitgeberverbands Bayern, Arno D. Tomowski, Director Corporate Ventures, Liaison and Business Development der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, und Rainer Michael Ammende, Akademieleiter des Städtischen Klinikums München. Die Session "Krankenstand in der Pflege" bestreiten Milorad Pajovic, Leiter Bereich Pflege der DAK-Gesundheit, Carsten Fischer, Leiter Kunden und Vertrieb des Fürstenberg Instituts, und Ute Düvelius, Koordinatorin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. 

Zu dem zweitägigen Kongress werden rund 1.000 Teilnehmer aus dem Krankenhaussektor, den Reha-Einrichtungen, der Ärzteschaft, der Pflege, den Krankenversicherungen sowie der Gesundheitspolitik erwartet. In 33 hochkarätig besetzten Kongress-Sessions diskutieren 150 Referenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Estland und den Niederlanden zukunftsrelevante Fragen der Gesundheitspolitik. Nutzen Sie die Gelegenheit, mit den wichtigsten Entscheidern aus Politik, Verbänden, Versicherungen, Wissenschaft, Medizin, Pflege und Gesundheitswirtschaft zu diskutieren.

Melden Sie sich am besten gleich an: 
www.gesundheitskongress.de/registrierung-und-tarife.html

Das Programm finden Sie unter: 
www.gesundheitskongress.de/programm.html

Dieser Kongress bringt die Sektoren im Gesundheitswesen zusammen. Seien Sie im Oktober dabei. Wir freuen uns auf Sie! 

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