Krankenhausplanung: Wie national, wie regional, wie dezentral?

Nur nach Zahlen vorzugehen und jedes x-te Krankenhaus zu streichen, halte sie nicht für sinnvoll, kritisierte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml Anfang dieser Woche ein im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstelltes Gutachten, das eine starke Reduzierung der Zahl deutscher Krankenhäuser empfiehlt. Im Flächenland Bayern spiele auch die Distanz zum nächsten Spezialisten eine Rolle. Humls Experte für Krankenhausplanung, Ministerialdirigent Herwig Heide, wird beim Europäischen Gesundheitskongress München die bayerischen Vorstellungen einer zukunftsfähigen Krankenhausstruktur darlegen. Die Ministerin selbst wird den Kongress eröffnen.

Ein weiteres Problem, das die wirtschaftlich besonders gebeutelten Krankenhäuser des südlichsten Bundeslandes noch weiter schwächen könnte: Das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geplante MDK-Reformgesetz sieht vor, dass der Medizinische Dienst seltener als bisher Krankenhausabrechnungen prüfen soll. Der häufigste Prüfanlass ist bislang die Frage, ob eine Leistung stationär oder ambulant zu erbringen gewesen wäre. Künftig soll ein umfangreicher Katalog von ambulant zu erbringenden Leistungen die Anzahl solcher Streitigkeiten verringern – mit dem erklärten Ziel, die sogenannte „Ambulantisierung“ voranzutreiben. Aber: Das dürfte auch bedeuten, dass mehr Behandlungen in Krankenhäusern generell nach dem kostengünstigeren „einheitlichen Bewertungsmaßstab“ für ambulante Behandlung vergütet werden. Und das bedeutet weniger Geld für die Kliniken.

Bayern ist noch mit einer anderen Idee unzufrieden: Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe präsentierte Ende 2014 das Konzept einer „qualitätsorientierten Krankenhausplanung“. Es verfolgte die Absicht, dass unter der wirtschaftlich angespannten Lage im Krankenhaussektor nicht zufällig irgendwelche Kliniken schließen müssen, sondern beim Abbau überzähliger Betten mindere Qualität den Ausschlag geben würde. Die Bundesländer sollten aus der Gemeinsamen Selbstverwaltung gesicherte Daten erhalten, welche Klinikabteilungen qualitativ unterdurchschnittlich aufgestellt sind. Diese Abteilungen, so die Idee, könnte das jeweilige Bundesland dann aus dem Krankenhausplan nehmen.

Knapp fünf Jahre später: Ausgerechnet die bevölkerungsreichsten Bundesländer – darunter Bayern – haben mittlerweile beschlossen, die Indikatoren nicht in ihre Krankenhausplanung einzubeziehen. Für drei Viertel der deutschen Bevölkerung wird der Plan nie wirksam werden.

Chancen und Risiken einer qualitätsorientierten Krankenhausplanung und der Blick auf die Strategie der Krankenhausplanung im Nachbarland Österreich sind Thema beim Europäischen Gesundheitskongress München. Unter dem Titel "Krankenhäuser der Zukunft: ambulanter, digitaler, disruptiver ... Und mit einem anderen MDK?" diskutieren: Ministerialdirigent Herwig Heide, Leiter der Abteilung Krankenhausversorgung im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Prof. Dr. Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH, Dr. Ralf Langejürgen, Leiter der Landesvertretung Bayern des Verbands der Ersatzkassen,, Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik, und Reiner Kasperbauer, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Bayern (MDK). Es moderiert Prof. Dr. Herbert Rebscher, Direktor des Instituts für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung, dessen neues Buch „Medizinprodukte: Ökonomie der Regulatorik: Qualität – Sicherheit – Wirtschaftlichkeit als Herausforderung für Akteure“ in diesen Tagen herauskommt.

Beim Europäischen Gesundheitskongress München am 26. und 27. September 2019 treten rund 150 Referenten auf, die zu den Vordenkern im Bereich der Gesundheitsversorgung gehören. Sie bieten Lösungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, denen sich Krankenhäuser, Reha-Kliniken, niedergelassene Ärzteschaft, Pflege und die gesamte Gesundheitswirtschaft zu stellen haben.

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