EGKM 2019: Streit auf den Kongressbühnen ist vorprogrammiert

In vier Wochen wird München für zwei Tage zum Mittelpunkt der Gesundheitspolitik Bayerns, der Bundesrepublik und des deutschsprachigen Europas. Der Europäische Gesundheitskongress diskutiert – zum Teil äußerst kontroverse – Themen des Gesundheitswesens:

Ausgerechnet die bevölkerungsreichsten Bundesländer – darunter Bayern – haben nach und nach beschlossen, die Indikatoren der 2014 ins Leben gerufenen „qualitätsorientierten Krankenhausplanung“ nicht in ihre Krankenhausplanung einzubeziehen. Die Absicht war einst, dass unter der wirtschaftlich angespannten Lage im Krankenhaussektor nicht zufällig irgendwelche Kliniken schließen müssen, sondern beim Abbau überzähliger Betten mindere Qualität den Ausschlag geben würde. Doch für mindestens drei Viertel der deutschen Bevölkerung wird der Plan nie wirksam werden. Was sind die Alternativen?

Das Bundeskartellamt hat kürzlich wieder einmal eine Krankenhausfusion untersagt: Es hätte sonst eine marktbeherrschende Stellung gegeben, so die Wettbewerbshüter. Viele Landesgesundheitsminister sind verärgert, denn sie hoffen gerade darauf, dass defizitär arbeitende Kliniken durch Zusammenschlüsse effizienter arbeiten und dass durch Zentrenbildung bessere Behandlungsqualität möglich wird. Die Monopolkommission will hingegen sogar noch eine Verschärfung der Fusionskontrollen – um Qualitätswettbewerb zu erhalten.

Ist das Campus-Konzept eine Lösung für das Problem defizitärer Kliniken im ländlichen Raum? In Bad Neustadt an der Saale wurde ein „Gesundheitscampus“ errichtet: Eine moderne Klinik bildet den Kern, in einem medizinischen Versorgungszentrum nebenan sind rund 30 verschiedene Fachärzte sowie weitere Gesundheitsdienstleister zu finden. Das ermöglicht interdisziplinäre Behandlung ohne räumliche oder zeitliche Hindernisse – über Sektorengrenzen hinweg. Glasfaserverbindungen erlauben Videokonferenzen und die Übertragung großer Datenmengen zwischen den Behandlern - vom OP bis hin zur Rehapraxis.

Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass das deutsche Gesundheitswesen bei der Digitalisierung auf Platz 16 von 17 untersuchten Staaten liegt. Gottfried Ludewig, seit einem Jahr Abteilungsleiter für Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium, spricht von „organisierter Verantwortungslosigkeit“, die jetzt enden müsse. Er verkündet eine lange Agenda von Maßnahmen, die zur Not auch über die Köpfe der Gemeinsamen Selbstverwaltung hinweg durchgesetzt werden sollen.

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein betreibt auf der russischen Plattform vkontakt eine eigene Fanpage, natürlich in Kyrillisch. Denn eine Mehrheit der Patienten sucht sich heutzutage die Klinik online aus. Exzellentes Klinikmarketing wird zunehmend ein Erfolgsfaktor im Krankenhausmanagement.

Krankenkassen wandeln sich mit der Digitalisierung zunehmend vom Kostenträger zum Netzwerkbetreiber für Gesundheitsförderung. Mit zunehmender Verfügbarkeit von Qualitätsdaten werden sie zum zentralen Akteur des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen – die Publikation der Qualitätsberichte der Krankenhäuser ist erst der Anfang. Wie sieht die Krankenkasse der Zukunft aus?

In einem Berliner Krankenhaus erschießt ein 72-jähriger Patient seinen behandelnden Arzt. In Bremen kommt es vor einer Notaufnahme zu einer Massenschlägerei. Eine Nürnberger Klinik beklagt, es komme immer wieder zu körperlichen Attacken. Klinikmitarbeiter müssen damit leben, dass solche Gewalt in Krankenhäusern "nichts Besonderes” mehr ist. Überall in Deutschland beauftragen Krankenhäuser jetzt Sicherheitsdienste.

In nahezu allen europäischen Ländern studiert angehendes Krankenpflegepersonal an Universitäten – nur in Deutschland nicht. Hierzulande findet die Ausbildung fast ausschließlich an Berufsschulen statt. Der Generalsekretär der European Federation of Nurses Associations, Dr. Paul de Raeve, vergleicht die deutsche Pflegeausbildung mit Bildungssystemen in europäischen Nachbarländern.

Im vergangenen Jahr lag die Krebssterblichkeit EU-weit verglichen mit 2012 altersbereinigt bei Männern um 10 und bei Frauen um 5 Prozent niedriger. Und die Immunonkologie sowie die Virotherapie treten ihren Siegeszug gerade erst an. Ist es vermessen zu fragen, ob Krebs in fünfzehn Jahren heilbar sein wird?

Beim Europäischen Gesundheitskongress München am 26. und 27. September 2019 treten rund 150 Referenten auf, die zu den Vordenkern im Bereich der Gesundheitsversorgung gehören. Sie bieten Lösungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, denen sich Krankenhäuser, Reha-Kliniken, niedergelassene Ärzteschaft, Pflege und die gesamte Gesundheitswirtschaft zu stellen haben.

Melden Sie sich am besten gleich an:

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