Digitalisierung – Wo stehen die deutschen Top-Kliniken?

Dreizehn deutsche Krankenhäuser dürfen stolz auf ihre Digitalisierungsstrategie sein: Sie wurden im März als „Digital Champions“ ausgezeichnet. Aus den 10.000 größten deutschen Unternehmen in über 70 Branchen hatte das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) zusammen mit dem Magazin „Focus“ jene Vorreiter ausgewählt, die nach etwa 30 einzelnen Aspekten mit der Digitalisierung am weitesten vorangekommen sind. Bewertet wurden dabei etwa die Zahl der IT-Fachkräfte, die Investitionen in Digitalisierung, die Steuerung von Prozessen mittels datengestützter Algorithmen und Software und die Nutzung von Netzwerken zum Technologie- oder Wissensaustausch. 

Die Vorreiter im Krankenhausbereich zählen freilich nicht unbedingt zu den führenden Unternehmen der gesamten Wirtschaft. Denn bei der Untersuchung erhielt jeweils das Unternehmen mit der höchsten Gesamtpunktzahl in einer Branche den Punktwert 100 zugewiesen und setzte damit die Benchmark folglich nur innerhalb der eigenen Branche. 

Tatsächlich dürften die Krankenhäuser deutlich hinter anderen Branchen liegen: So hatte im Jahr 2017 eine im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellte Studie als Digitalisierungsgrad der Informations- und Telekommunikationsbranche 75 von 100 möglichen Punkten ermittelt. Das Gesundheitswesen schnitt in der Studie mit 36 Punkten hingegen deutlich schlechter ab. Nur das Verarbeitende Gewerbe erhielt als Schlusslicht der zehn untersuchten Branchen noch einen Punkt weniger. 

Die Nummer 1 der digitalen Champions unter den Krankenhäusern hat bereits eine ganze Reihe zukunftsweisender Schritte umgesetzt: Das Klinikum verfügt teil-digitale Patientenakten, elektronische Arztbrieferstellung, mobile Visiten, ein digitales Archiv, Online-Terminvergabe und die Möglichkeit zur Abfrage von Labordaten am Patientenbett. Auch Videokonferenzen in den sogenannten Tumorboards mit niedergelassenen Praxen aus der Umgebung und mit der Radiologie eines benachbarten Krankenhauses sind üblich. 

Ein entscheidender Schritt wartet aber auch beim Champion noch auf seine Realisierung: Damit jeder Mediziner jederzeit auf alle Anamnesen, Befunde, Arztbriefe und OP-Berichte zugreifen kann, müssen alle Systeme ineinandergreifen. Daran wird jedoch noch gearbeitet. 

Unter dem Titel „Digitalisierung des Krankenhausalltags – Wo stehen die Top-Kliniken?“ widmet sich der Europäische Gesundheitskongress diesem Zukunftsthema und diskutiert über technische Hürden, regulatorische Hindernisse und den notwendigen Kulturwandel bei der Digitalisierung von Kliniken. 

Ich lade Sie herzlich ein, dabei zu sein beim Europäischen Gesundheitskongress München, dem herausragenden gesundheitspolitischen und gesundheitswirtschaftlichen Kongressereignis für die DACH-Region mit Fokus auf einen europäischen Gedankenaustausch. Am 25. und 26. Oktober 2018 erwarten wir erneut über 1.100 Entscheider und Gestalter des Gesundheitswesens – Teilnehmer aus Krankenhaus, Rehabilitation, Sozialversicherung, aus ambulanter Gesundheitsversorgung, Pflege und Politik. Der persönliche Dialog auf dem Kongress bietet Ihnen eine optimale Gelegenheit zum Aufbau tragfähiger persönlicher Netzwerke! 

Das Programm finden Sie unter:
https://www.gesundheitskongress.de/programm-17.html

Anmeldung unter:
https://www.gesundheitskongress.de/registrierung-und-tarife.html

Dieser Kongress bringt die Sektoren im Gesundheitswesen zusammen. Seien Sie im Oktober dabei. Wir freuen uns auf Sie!

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