Digitalisierung: Die Aufholjagd hat begonnen!

Im Jahr 2005 bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel die seinerzeit neu geplante elektronische Gesundheitskarte als „Leuchtturmprojekt“, das der Welt beweisen werde, „auf welchen Gebieten wir vorn sind“. Im Jahr 2010 rief das Bundesgesundheitsministerium die E-Health-Initiative ins Leben, in der unter anderem Bundesärztekammer, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Apothekerverbände und der GKV-Spitzenverband vertreten waren und bis heute sind. Sie sollte klären, wo es „Umsetzungshürden für die Etablierung von digitalen Anwendung“ gibt und welcher Maßnahmen es zum Abbau dieser Hürden bedarf. 2018: Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass das deutsche Gesundheitswesen bei der Digitalisierung auf Platz 16 von 17 untersuchten Staaten liegt.

Gottfried Ludewig, seit einem Jahr Abteilungsleiter für Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium, spricht von „organisierter Verantwortungslosigkeit“, die jetzt enden müsse. Der Eingriff in die Gesellschafterstruktur der Gematik war erst der Anfang, Ludewig will die Ärmel hochkrempeln:

Er will „stärker regulatorisch eingreifen“, wenn sich Selbstverwaltung, Krankenkassen und IT-Industrie nicht auf Standardschnittstellen einigen können, die den Datenaustausch technisch einfach machen. Um dabei zu helfen, sei eine überfällige Mitgliedschaft Deutschlands bei Snomed, einem Open-Source-Projekt zur Entwicklung international einheitlicher Codierung von medizinischen Daten, im Gespräch.

Dass die von der Selbstverwaltung festgelegte Vergütung für Videosprechstunden so gering ist, dass Ärzte sie in der Regel nicht einmal abrechnen, hält Ludewig für ein Negativbeispiel, dessen Wiederholung man verhindern werde. Man werde auch nicht länger zuschauen, wenn die Selbstverwaltung keine adäquate Vergütung für die ausschließliche Fernbehandlung findet, denn Telemedizin solle in Deutschland Fuß fassen.

Die elektronische Gesundheitskarte solle auf das Smartphone kommen und in der Lage sein, drahtlos per Near Field Communication ausgelesen zu werden. Da Apples Smartphones das nicht beherrschen, sei man mit dem Unternehmen in Verhandlungen. Damit Arztpraxen keine umständlichen Hardware-Konnektoren zum Anschluss an die IT-Infrastruktur mehr benötigen, habe das Ministerium auch ein Forschungsprojekt initiiert, um alles auf eine leichter handhabbare Softwarelösung umzustellen.

Es sei Grundsatz, so Ludewig, dass man etwas erstmal verstehen wolle, bevor man es reguliere. Das Gesundheitsministerium habe deshalb den Health Innovation Hub eingerichtet, eine Art Think-Tank, der im Berliner Start-up-Viertel neuen Trends, etwa beim Einsatz Künstlicher Intelligenz, nachgehe.

Trotz der vielen Aktivitäten gibt es Kritik von mehr als einem Dutzend Verbänden aus Medizintechnik, IT- und Pharma-Industrie sowie medizinischen Fachgesellschaften: Die alleinige Beauftragung der Kassenärztlichen und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigungen mit der Festlegung der Details bei der Codierung medizinischer Daten auf der elektronischen Patientenakte sei "nicht zielführend". Es drohe eine Einschränkung der Nutzbarkeit der elektronischen Patientenakten etwa für die wissenschaftliche Forschung. Auch sei die Einhaltung der Anforderungen an internationale Standardisierungsprozesse gefährdet, so dass die elektronische Patientenakte nicht europaweit funktioniere. Geht es doch weiter wie bisher?

Das Thema „Politische Initiativen für die Digitalisierung“ diskutieren auf dem Europäischen Gesundheitskongress München: Prof. Dr. Arno Elmer, Vorstandsmitglied des Verbands Digitale Gesundheit und von 2012 bis 2015 Hauptgeschäftsführer der Gematik, Dr. Gottfried Ludewig, Abteilungsleiter Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium, Frank Gotthart, Vorstandsvorsitzender der CompuGroup Medical SE und Timo Frank, Vorstand Strategie bei Hashtag Gesundheit.

Beim Europäischen Gesundheitskongress München am 26. und 27. September 2019 treten rund 150 Referenten auf, die zu den Vordenkern im Bereich der Gesundheitsversorgung gehören. Sie bieten Lösungen für die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen, denen sich Krankenhäuser, Reha-Kliniken, niedergelassene Ärzteschaft, Pflege und die gesamte Gesundheitswirtschaft zu stellen haben.

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