Dänische Superkliniken - Vorbild für Europa?

Das Universitätsklinikum Aarhus ist die erste von insgesamt 18 geplanten Superkliniken in Dänemark. Diese sollen als Zentren der Maximalversorgung jedem Dänen Spitzenmedizin zugänglich machen. Allerdings um den Preis, dass kleinere Kliniken ihre Angebote reduzieren oder sogar geschlossen werden. Die Uniklinik Aarhus ist der derzeit größte Krankenhausbau in Nordeuropa: Die bestehenden 159.000 Quadratmeter werden modernisiert und 216.000 kommen als Neubauten hinzu. 2019 sollen dann auf einer Gesamtfläche, die über 60 Fußballfeldern entspricht, mehr als 10.000 Mitarbeiter für jährlich rund eine Million ambulant oder stationär zu behandelnde Patienten da sein. 

Ziel der geplanten dänischen Krankenhausstruktur ist aber nicht allein eine gute, sondern auch eine möglichst effiziente Versorgung. So liegt die durchschnittliche Verweildauer dänischer Krankenhauspatienten mit 3,1 Tagen niedriger als in irgendeinem anderen EU-Land; in Deutschland beträgt sie das Doppelte. Effizienzreserven verorten die Planer zudem in einer konsequenten Digitalisierung. Rund ein Fünftel der Investitionssumme von 5,6 Mrd. Euro für die Superkrankenhäuser wird deshalb für modernste Medizin- und EDV-Technik ausgegeben. Dies wiederum hat enorme Wachstumseffekte für die eHealth-Branche in Dänemark. Über 500 Unternehmen haben sich in der Öresund-Region angesiedelt – man spricht bereits vom „Medicon Valley“. 

Die elektronische Patientenakte wird Standard sein, genauso wie telemedizinische Untersuchungen oder Konsilien – in die gegebenenfalls auch der Hausarzt eines Patienten einbezogen werden kann. Software stellt die Patientenakte mit allen diagnostischen Daten auf Wunsch als 3D-Avatar des Patienten dar, so dass der Arzt Information bequem mit wenigen Mausklicks auffindet. 

Die dänische Krankenhausversorgung setzt aber auch auf völlig neue Ansätze in der Architektur: Es gibt nur noch Ein-Bett-Zimmer, um die Rekonvaleszenz durch guten Schlaf zu verbessern und Krankenhausinfektionen zu reduzieren. Intelligentes Design der Zimmer und ihres Interieurs verbessert die Krankenhaushygiene. Krankenhauszimmer haben ausklappbare Besucherbetten, damit Patienten – vor allem jene, mit weiterer Anreise zu einer Superklinik – durch Verwandte besser und intensiver betreut werden können. Jedes Bett kann in den Krankenhausgarten geschoben werden, damit Sonnenlicht und Frischluft die Heilung fördert. 

In der Eröffnungsveranstaltung des Europäischen Gesundheitskongresses München stellt Julian Weyer, Partner des in der Krankenhausplanung international führenden dänischen Architekturbüros C.F. Møller, das Uniklinikum Aarhus vor. 

Zu dem zweitägigen Kongress werden rund 1.000 Teilnehmer aus dem Krankenhaussektor, den Reha-Einrichtungen, der Ärzteschaft, der Pflege, den Krankenversicherungen sowie der Gesundheitspolitik erwartet. In 33 hochkarätig besetzten Kongress-Sessions diskutieren 150 Referenten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Estland und den Niederlanden zukunftsrelevante Fragen der Gesundheitspolitik. Nutzen Sie die Gelegenheit, mit den wichtigsten Entscheidern aus Politik, Verbänden, Versicherungen, Wissenschaft, Medizin, Pflege und Gesundheitswirtschaft zu diskutieren. 

Melden Sie sich am besten gleich an: 
www.gesundheitskongress.de/registrierung-und-tarife.html 

Das Programm finden Sie unter: 
www.gesundheitskongress.de/programm.html 

Dieser Kongress bringt die Sektoren im Gesundheitswesen zusammen. Seien Sie im Oktober dabei. Wir freuen uns auf Sie! 

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