Coronakrise – Weichenstellung für die Zukunft?

Selten war das deutsche Gesundheitswesen so geeint wie in der Pandemie: Die niedergelassenen Ärzte hielten den Krankenhäusern mit ambulanter Behandlung der meisten Covid-Patienten den Rücken frei. Die Rehakliniken reservieren Betten als Backup für Akut-Krankenhäuser. Der öffentliche Gesundheitsdienst schob Überstunden, um Infektionsketten zu identifizieren. Die Gesundheitspolitik handelte schnell und entschlossen. Und die Kostenträger zahlten unerwartete Ausgaben, ohne zu murren.

Bei der Eröffnung des Europäischen Gesundheitskongresses München kommen sie alle zu Wort und sprechen über die Lehren aus Corona – betrachtet aus allen Blickwinkeln des Gesundheitswesens. Repräsentanten von Krankenhäusern, Rehakliniken, Niedergelassenen, Intensivmedizinern, Kassen und der Politik werten aus, was bisher geschah – und was sich aus ihrer jeweiligen Sicht ändern muss, auch um mit einer zweiten Welle besser fertig zu werden.

Coronakrise – Weichenstellung für die Zukunft?“, lautet der Titel der prominent besetzten Eröffnungsveranstaltung des Kongresses am 26. Oktober. Es diskutieren: Prof. Dr. med. Götz Geldner, Präsident des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten, Prof. Dr. med. Clemens Wendtner, Chefarzt an der München Klinik, Dr. med. Thomas Egginger, Vorstand der Kliniken Nordoberpfalz AG, Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, Thomas Bublitz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken, und Florian Leppert, Referent Strategie & Projekte des apoHealth Kompetenzzentrums der Deutschen Apotheker- und Ärztebank.

Zwei Vorträge rahmen die Diskussion ein: Prof. Dr. med. Karl-Heinz Leven, Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, referiert unter der Überschrift „Seuchenherrschaft. Die Corona-Pandemie in historischer Perspektive“. Und die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml erläutert die Sichtweise der bayerischen Staatsregierung im Umgang mit dem Coronavirus, die bisweilen während der Krise anders war als jene anderer Bundesländer.

An zwei Tagen, dem 26. und 27. Oktober stehen viele weitere spannende und kontroverse Themen auf der Agenda des Europäischen Gesundheitskongress München. Dazu gehören die viel diskutierte Struktur des Krankenhaussektors, eine klügere Standortpolitik vor dem Hintergrund von Lieferengpässen bei Medikamenten, die Krise der Rehakliniken und die digitale Vernetzung des Gesundheitswesens.

Erstmals findet der Kongress als digitale Veranstaltung statt. Alle Sessions werden als Webseminar via GoToWebinar im Internet übertragen. Die Teilnahme ist kostenlos, nur eine Online-Registrierung ist erforderlich. Sie kann unter folgender Adresse vorgenommen werden: www.gesundheitskongress.de/teilnahme

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