2021 auf die Überholspur: Neue Chance mit Zukunftstechnologien

„Ich finde es unglaublich schön zu sehen, wie viele junge, talentierte, gut ausgebildete Menschen für ein gemeinsames Ziel brennen, nämlich für eine bessere Medizin mit digitalen Tools“, sagt Jörg Debatin, Chef des vom Bundesgesundheitsministerium ins Leben gerufenen Think Tanks für digitale Gesundheitslösungen namens Health Innovation Hub. Debatin weiß, wovon er spricht: Von 2003 bis 2011 war er Vorstandsvorsitzender des Hamburger Universitätsklinikums UKE und als dessen Medizinischer Direktor zugleich der Vorgesetzte von 2.000 Ärzten. Schon damals stand Debatin für eine konsequente Digitalisierungsstrategie, aber auch heute lautet sein Credo: Digitalisierung mache die Medizin effizienter, spare Zeit und helfe den Patienten, schneller gesund zu werden oder die Gesundheit besser zu erhalten.

Klinikvorstände wie Debatin wissen aber auch um eine ganz andere Bedeutung digitaler Zukunftstechnologien: Kliniken, die eine Chance haben wollen, trotz eines gravierenden Bewerbermangels junge Mediziner einzustellen, müssen eine moderne, digitalisierte Infrastruktur anbieten können. Erst im April hatte das Bündnis Junge Ärzte in einem Offenen Brief an die Kanzlerin und die Gesundheitsminister von Bund und Ländern appelliert, sich durch intensivere Digitalisierung um eine zukunftsfähige medizinische Versorgung zu bemühen: „Schluss mit den endlosen Dokumentationen zur Begründung von medizinischen Selbstverständlichkeiten. Wir Ärztinnen und Ärzte benötigen Zeit für unsere Patienten.“ Die jungen Mediziner wünschen sich laut einem Positionspapier, „dass zukünftig Anwendungen und Applikationen unseren Arbeitsalltag erleichtern“ und heben die „vielzähligen Vorteile der digitalen Transformation“ hervor.

Die jungen Ärzte betonen besonders die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz, mit Daten bildgebender Diagnostik ausgewertet oder komplette Genome, etwa von Patienten mit bösartigen Tumoren, sequenziert und analysiert werden können, um präzisionsmedizinische Therapien anzuwenden. Immer mehr Menschen werden auch Apps nutzen, die mittels Biosensoren medizinische Werte kontinuierlich überwachen – sei es präventiv oder kurativ – und sie gegebenenfalls auch an den Arzt übermitteln. Virtual und Augmented Reality können in der Ausbildung von Medizinern eingesetzt werden, etwa um komplizierte chirurgische Eingriffe zunächst mit einem Simulator zu üben, bevor sie am Patienten eingesetzt werden.

Des Weiteren rückt das Thema Digitalisierung durch den Einsatz der Robotik auch im OP, z.B. bei Orthopädischen Eingriffen, zunehmend in den Vordergrund.

Beschleunigen könnte die Digitalisierung auch eine Forderung, der sich derzeit immer mehr Experten und Gesundheitspolitiker anschließen: Kassen soll „selektives Kontrahieren“ in breiterem Umfang ermöglicht werden – das Abschließen von Verträgen ausschließlich mit qualitativ besonders guten Leistungserbringern. Das würde ihnen erlauben, sich vom reinen Kostenträger zum Gesundheitsberater der Versicherten zu entwickeln – und nutzbringende medizinische Technologien somit gezielt zu stärken.

In einer Online-Veranstaltung des Europäischen Gesundheitskongresses diskutieren das Thema Digitalisierung unter dem Titel „2021 auf die Überholspur: Neue Chance mit Zukunftstechnologien“: Prof. Dr. Jörg Debatin, Leiter des Health Innovation Hub des Bundesgesundheitsministeriums, Nils Dehne, Geschäftsführer der Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser, Dr. Christoph Pross, Director Market Access, Health Economics und Government Affairs der Stryker GmbH & Co. KG, Martin Spegel, Fachbereichsleiter der Siemens Betriebskrankenkasse SBK, Barbara Schulte, Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur des KRH Klinikums Region Hannover und - als Moderatorin - Jessica Hanneken, Vice President Investment und Gesundheitspolitik der BFS health finance GmbH.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 2. Dezember 2020 von 15:00 bis 16:30 Uhr statt.

Das Webseminar wird via GoToWebinar im Internet übertragen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmelden können Sie sich per E-Mail an team@wiso-news.de unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Firma.

Wir freuen uns auf Sie!

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